05. Mai, 2011

Expeditionsbericht Teil 2: Edurne Pasaban auf dem Weg zum Gipfel – mit den Gedanken in Basislager 2

Die spanische Bergsteigerin Edurne Pasaban ist zu einer Expedition zur Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoffgerät aufgebrochen.

Wenn es ihr gelingt, wird Edurne die erste Frau der Welt sein, die alle 14 Achttausender ohne Sauerstoff bestiegen hat.

Wir haben erst kürzlich einen zweiten Bericht von Edurne Pasaban erhalten, in dem sie ihre Erfahrungen während der Expedition schildert:

“Die Ruhetage im Basislager kommen uns sehr lang vor. Dennoch haben sie uns ein gutes Stück weiter geholfen. Vormittags haben wir etwas Sonnenschein. Gegen Mittag gibt es teilweise Schnee. Laut Vorhersage wird das Wetter in den nächsten Tagen so bleiben. Im Moment weiß ich nicht wie unser kurzfristiger Plan sein wird.

Wir nutzen die ruhigen Tage für kleine Aufgaben aus: Waschen, ein wenig Lesen. Im nächsten Bericht können Sie lesen wie wir in Kathmandu alles vorbereitet haben und dabei erfahren, wie chaotisch diese Stadt wirklich ist.

Heute hatten wir unsere Gesundheitsuntersuchungen mit dem Arzt, die wir alle zwei Tage machen müssen. Heute hat er uns alle untersucht. Aufgrund einer Erkältung hatte ich nicht die beste Sauerstoffsättigung. Es bleibt mir nur viel Wasser zu trinken, um diesen Wert zu verbessern. Ich bin heute den ganzen Tag mit einer Flasche Wasser herumgegangen. Asier geht es jetzt viel besser. Er hat sich nahezu vollständig erholt. In ein paar Tagen werden wir unsere Besteigung fortsetzen, aber wir haben keine Eile. Es wird vom Wetter abhängen, obwohl wir auch bei nicht allzu gutem Wetter trotzdem weitermachen werden.

Themawechsel: Viele von Ihnen haben gefragt, was mit dem Müll und dem Toilettenabfall im Basislager geschieht. Heute haben wir gesehen, wer die Toiletten abholt und wie das Ganze funktioniert. Jede Expedition hat eine oder zwei Toiletten. Wie sind diese Toiletten? Eine Toilette besteht aus einem Zelt mit einem Eimer. Wenn der Eimer voll ist, wird er abgeholt. Man bezahlt 150 Rupien pro Kilo, etwa 1,50 €, je nach Wechselkurs. Die Eimer werden gewogen, abgeholt und nach Lobuche gebracht, wo sie in Kleinkläranlagen entleert werden. Dieser Job ist nicht angenehm aber nur so kann alles sauber gehalten werden. Es können gleichzeitig mehr als 600 Menschen hier sein. Um ehrlich zu sein, ist das Basislager sehr, sehr sauber. Die nepalesische Regierung ist dafür verantwortlich und sie sorgt konsequent dafür, dass es keinen Müll gibt. Man kann also sagen, dass alles perfekt ist. Noch werden wir sehen, wie es dann weiter oben ist.”